biografie

gensungen
am 18. september 1947 kam ich 5 minuten nach meinem zwillingsbruder klaus-friedrich in gensungen (heute felsberg) bei kassel (hessen) auf die welt. meine mutter leni (1924-2004) war als tochter eines zuckersiedemeisters in ländlichen verhältnissen aufgewachsen. mein vater klaus-thomas (1920-1975) war in kassel aufgewachsen, wurde im 2. weltkrieg 2 mal verwundet (in frankreich und russland) und kehrte mit einem versteiften rechten knie nach hause zurück. er studierte zur zeit meiner geburt und bis ich etwa vier oder fünf jahre alt war tiefbauingenieur in braunschweig. an meine frühe kindheit habe ich keine erinnerungen, ich weiss nur noch was ich bei späteren besuchen erlebt habe. in meinem geburtshaus lebten nach unserem auszug nach braunschweig noch die grossmutter mütterlicherseits mit ihrem jüngsten sohn erich und dessen frau martha. der grossvater war schon längere zeit gestorben. auch den grossvater väterlicherseits habe ich nicht gekannt, da er bei meiner geburt schon eine weile tot war. die grossmutter väterlicherseits stammte aus ostpreussen und dänemark und hielt sich für eine begabte malerin. sie wohnte in einem haus neben bahnhof und eisenbahnschranke im 4. stock. wenn wir bei ihr in den ferien waren konnten wir den dampfzügen zusehen und zuhören, wir hörten das gebimmel der schranken, wenn sie vom wärter runtergekurbelt wurden.

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braunschweig / schunterstrasse 47
etwa 1950 kamen wir nach braunschweig. daran habe ich schon mehr erinnerungen. es gab einen spaziergang im wald, dort stand ein baum mit einer mauer um den stamm. am grunde dieses grabens sass eine kröte, die ich aber nie gesehen habe. zu essen gabs bei uns oft griess- oder reisbrei mit sirup oder kompott. vor dem reisbrei konnte ich stundenlang sitzen, weil ich die körner nicht runterbrachte, aufgegessen musste aber sein! in der bäckerei an der ecke holten wir einen "amerikaner" (gebäck mit zuckerguss) für 10 pfennig. von unserer wohnung im 4. stock habe ich viel auf die strasse geschaut, besonders angetan hatten es mir die mülleimerkrokler (männer mit plastiksack und stock, die in den mülltonnen nach brauchbarem suchten). davon gabs so kurz nach kriegsende genug. es wurde dann auch mein traumberuf! über den käseladen ebeling am hagenring gabs einen spruch: "ebeling, der käse stinkt, übern ganzen hagenring!"
vater arbeitete an seiner diplomarbeit, wir fragten ihn: vati, wann ist die plomarbeit fertig?

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essen / ehrenzellerstrasse 65
ca. 1952 umzug nach essen (ruhrgebiet). am rande unseres quartiers gab es eine schrebergartensiedlung, neben der ein abwasserkanal verlief (damals noch oberirdisch). er hiess "köttelbecke", weil man die köttel vorbeischwimmen sah. hier war ein bevorzugter spielplatz. nachdem mein vater jetzt geld verdiente, konnten wir uns bald ein eigenes auto leisten, mit dem dann die nähere und weitere umgebung erkundet wurde. stau war zu der zeit noch unbekannt! für mich begann 1954 die schule, herr korbik und fräulein daum brachten uns lesen und schreiben bei. lesen konnte ich allerdings schon viel früher, da ich ein altes märchenbuch der gebrüder grimm (in fraktur geschrieben) seit braunschweig schon konsumiert hatte.

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herne / schillerstrasse 70
seit 1956 waren wir in herne, ruhrgebiet, damals eine dreckige zechenstadt mit kohlestaub überall. ich kam ins humanistische pestalozzi-gymnasium und begann mit latein lernen. daneben auch geigenstunden bei herrn kaltschmitt. einmal erzählte mir meine mutter, dass wir in die schweiz ziehen würden. darauf freute ich mich dann ganz besonders und ich betrachtete häufig die karte der schweiz im atlas und staunte über die hohen berge, die erst braun und auf den höchsten spitzen weiss eingezeichnet waren. ich versuchte mir sie vorzustellen! dann kam der umzug nach

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biel/be / meisenweg 8
es war herbst und es lag hochnebel. wir sahen den jurasüdfuss und der nebel stieg jeden tag ein stückchen höher. ich staunte, wie hoch die berge waren und jeden tag wurden sie ein wenig höher. dann fuhren wir mal mit dem auto nach magglingen auf die jurahöhe. als wir aus dem nebel kamen, traute ich meinen augen kaum: zum greifen nah waren die schneeberge, die übers nebelmeer ragten, immer und immer wieder musste ich hinschauen und glaubte zu träumen. nie zuvor hatte ich so hohe schneebedeckte berge gesehen. es kamen dann noch weitere entdeckungen dazu. ich ging ins gymnasium und lernte neben latein und griechisch auch den dialekt (berndeutsch). zuerst wurde ich natürlich von den klassenkameraden gehänselt, musste die standard-zungenbrecher wie chuchichäschtli und miuchmäuchterli üben, lernen, was anken heisst usw. während der gymnasialzeit wurden wir fans der shadows und beatles, wollten auch eine eigene band gründen. ich kaufte mir mit meinem ganzen ersparten (800 fr.) eine e-gitarre (framus, strat-ähnlich, fender kam zu der zeit nicht in frage). verstärker und hallgerät habe ich mir selber gebastelt (ecc 83 und el 84, wer damit was anfangen kann!). aus der band wurde nichts, habe die gitarre dann später verkauft. fortsetzung siehe baden.

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dietikon / vorstadtstrasse 6
nach der matur 1966 zog ich mit meinen eltern nach dietikon zh und begann an der ETH (eidgenössische technische hochschule) physik zu studieren. da ich mit meiner altsprachigen matur wenig ausbildung in mathematik mitbrachte und diese sparte meinen intellekt überforderte, kam ich bald nicht mehr mit. den rest gaben mir die fächer quantenmechanik, relativitätstheorie und elektrodynamik. ich verstand überhaupt nichts mehr und brach das studium nach 4 semestern ab. 1967 machte ich in zürich die taxiprüfung und war neben dem studium viel in der stadt unterwegs, sodass ich bald das stadtgebiet und die umgebung ziemlich gut kannte. ich wechselte an die medizinische fakultät der universität und begann 1968 mit dem medizinstudium. 1969 zog ich mit meinen eltern nach

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ellikon/thur / bergstrasse
bald wurde mir das tägliche zugfahren von frauenfeld nach zürich zuviel und ich bezog 1970 am ottenweg 8 im obersten stock meine erste studentenbude bei frau griesser, einer österreicherin aus dem montafon.

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zürich / div studentenbuden / wehntalerstrasse 419
weitere studentenbuden waren an der scheuchzerstr. 72, in den studentenbaracken auf dem hönggerberg, an der münstergasse 25 in der zürcher altstadt. im sommer 1970 lernte ich beim jobben in einem verlag meine spätere frau kathrin niederer kennen. sie war am lehrerseminar rorschach in ausbildung zur primarlehrerin. als sie später eine teilzeitstelle in effretikon annahm, um daneben am konservatorium orgel und klavier zu studieren, wohnten wir eine zeit dort zusammen. am 9.8.1975 haben wir geheiratet und zogen an die wehntalerstr. 419 in zürich-affoltern. von hier aus konnte ich mein studium beenden und 1978 mit dem staatsexamen abschliessen. meine erste stelle als assistenzarzt führte uns nach

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rheinau / ochsengasse 13
hier arbeitete ich an der psychiatrischen klinik alt- und neu-rheinau. der berufsalltag war ruhig. wegen der nacht- und wochenenddienste hatte ich ziemlich viel ferien. aber, obwohl ich mir freud und jung am meter gekauft hatte, konnte ich an der psychiatrie nicht soviel freude finden, dass ich mir hier meine zukunft hätte vorstellen können. so habe ich mir einen job an der nuklearmedizinischen uniklinik zürich gesucht, wo ich viel mit computern zu tun hatte. das gefiel mir. nur: die klinikleitung hatte mit mir (und nicht nur mit mir!) nicht den richtigen umgang finden können, sodass ich nach neun monaten meinen austritt gab und im sommer 1980 mein fremdjahr auf der chirurgie des waidspitals absolvierte. wir waren inzwischen wieder nach

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zürich / scheffelstrasse 16
umgezogen. die wohnung im dritten stock bot eine schöne aussicht über die stadt und in die berge, wir hatten zu zweit genug platz und ich konnte in ruhe an meiner dissertation arbeiten, welche 1983 fertig wurde. seit längerer zeit suchten wir uns ein haus in zürich oder umgebung. nachdem wir einige mehr oder weniger geeignete objekte besichtigt hatten, hatten wir das glück ein haus an der

tramstrasse 119 in zürich-örlikon kaufen zu können. das war für mich ideal, ich war mit dem tram in 20 minuten am unispital, wo ich inzwischen in die röntgendiagnostik gewechselt hatte. auch für kathrin, die inzwischen als organistin an der markuskirche in zürich seebach wirkte, war das ein guter standort. leider hatte ich im august 1984 einen unfall mit frakturen des rechten oberschenkels, sodass die ersten monate des lebens im neuen haus durch die krücken bestimmt wurden. nachdem wir uns nun ein nest gebaut hatten, entschlossen wir uns, es auch zu füllen, so kamen 1988 und 1990 unsere söhne silvan und hannes auf die welt. dem unispital kehrte ich 1989 den rücken und folgte einem ruf ans röntgeninstitut baden, wo ich das neu angeschaffte mri (magnetresonanz) zum laufen brachte. die pendlerei von zürich nach baden hatte ein ende, als wir 1992 das glück hatten nach

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baden / martinsbergstrasse 37
umzuziehen, mein arbeitsweg verkürzte sich dadurch auf 4 minuten zu fuss. zwei wochen, nachdem wir eingezogen waren, wurde uns unsere tochter eva geschenkt. inzwischen wohnen wir seit 1992 in baden und dieses kleine kompakte städtchen gefällt uns so gut, dass wir vorläufig keinen wechsel mehr planen. seit januar 2008 habe ich meine berufstätigkeit eingestellt. nach einigen gesundheitlichen problemen konnte ich mich dann im ruhestand einrichten und gehe nun in wechselnder intensität meinen verschiedenen hobbies nach.

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Nachtrag 1: Im Jahre 2012/2013 wurde ich wegen Personalproblemen wieder im Röntgeninstitut gebraucht, habe 2013 wieder 100% gearbeitet, nachher noch sporadisch im Röntgeninstitut, befunde weiterhin Röntgenbilder in der Rehaklinik (Bad) Zurzach, Stand Juli 2019.

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Nachtrag 2: Kathrin wurde nach 32 Jahren Orgeldienst an der Markuskirche 2015 pensioniert, seither spielt sie noch sporadisch Vertretungen im Gottesdienst und hat ziemlich gut Alphornspielen gelernt.